127. Was versteht die Heilige Schrift unter Rechtfertigung?

Die Rechtfertigung entspricht der Wiedergeburt. «Rechtfertigen» heißt: jemand für gerecht erklären. Gott hat dem an Christus glaubenden Sünder die Sünden so vergeben, dass Gott ihn forthin als «gerecht» ansieht. Darum darf und soll er sich auch selbst dafür halten, als hätte er nie eine Sünde begangen und selbst all den Gehorsam vollbracht, den Christus für ihn geleistet hat.

Die Rechtfertigung ist aber nicht nur eine feierliche Erklärung Gottes, sondern sie stattet uns zugleich aus mit der Gerechtigkeit, die uns Christus durch seinen Tod erworben hat. Weil wir gerechtfertigt sind, können wir auch «gerecht leben».

  • »Selig sind die, denen die Ungerechtigkeiten vergeben und denen die Sünden bedeckt sind! Selig ist der Mann, dem der Herr die Sünde nicht zurechnet!« (Röm. 4,7-8)
  • Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Sie werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. (Röm. 3,22.24)
  • Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt. (Röm. 5,18)