34. Welche Arten von Sünden unterscheiden wir?

  1. Die Erbsünde, d.h. die angeborene Verdorbenheit der menschlichen Natur, das Verlangen zum Bösen.
    • Siehe, in Schuld bin ich geboren, und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen. (Ps. 51,7)
    • Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. (1. Mose 8,21)
  2. Die Tatsünde. Wir machen uns ihrer schuldig:
    • in Gedanken, Wünschen und Begierden;
    • in Worten;
    • in Werken;
      • Aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung. (Mt. 15,19)
      • Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie reden. (Mt. 12,36)
      • Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. (Joh. 3,19)
  3. Die Unterlassungssünde. Das Gute wird unterlassen.
    • Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut’s nicht, dem ist’s Sünde. (Jak. 4,17)
  4. Die Schwachheitssünde. Der Mensch wird von einem Fehler übereilt.
    • Liebe Brüder, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist. (Gal. 6,1)
    • Beispiel: Die Verleugnung des Petrus (Mt. 26,69–75).
  5. Die Bosheitssünde. Sie geschieht bewusst und gewollt, obwohl der Mensch weiß, dass er Unrecht begeht.
    • Beispiel: Der Verrat des Judas (Mt. 26,14–16; 47–50)

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