56. Haben wir das sechste Gebot erfüllt, wenn wir unseren Nächsten nicht töten?

Nein; indem Gott Neid, Hass und Zorn verurteilt, gebietet er uns zugleich, unseren Nächsten zu lieben wie uns selbst. Wir sollen ihm in Geduld, Frieden, Sanftmut, Barmherzigkeit und Freundlichkeit begegnen, jeden Schaden nach Kräften von ihm abwenden und selbst unseren Feinden Gutes wünschen und tun.

  • So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld. (Kol. 3,12)
  • Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. (Mt. 5,44-45)
  • Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm. 12,21)

Gott ist der Herr des Lebens; jedes Leben ist ihm heilig. Darum dürfen wir kein menschliches Leben vernichten.

Gott gestattet also keine Abtreibung, keine Euthanasie (Beendigung des Lebens von unheilbar Kranken, Behinderten, Geisteskranken), keine Blutrache, keine Lynchjustiz, keinen Eroberungskrieg. Auch sein eigenes Leben darf der Mensch nicht mutwillig aufs Spiel setzen; Zerstörung der eigenen Gesundheit durch einen ungesunden Lebensstil und Selbstmord sind Gott ein Greuel.